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Portrait Felix Klein

Felix Klein (1849–1925): sein „Erlanger Programm“ und sein „Gauß-Programm“

Vortrag von Prof. Dr. habil. Renate Tobies, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Lehrstuhl Geschichte und Philosophie

10 Euro (ermäßigt 6,50 Euro )

Im Alter von 23 wurde Felix Klein ord. Professor der Mathematik an der Universität Erlangen und präsentierte hier sein berühmtes „Erlanger Programm“, mit dem er die damals existierenden, sich zum Teil bekämpfenden Richtungen in der Geometrie zu ordnen suchte. 

Wie er das tat, wird am Beispiel erklärt. Auch die Nicht-Euklidischen Geometrien gehörten dazu, womit Klein schon zuvor internationales Aufsehen erregt hatte. Er hatte deren Widerspruchsfreiheit zeigen können. Das war höchst bemerkenswert, denn große Philosophen hatten die euklidische (= 3-dimensionale) Geometrie als „denknotwendig“ erklärt. Es sollte circa 40 Jahre dauern, bis durch Einsteins Relativitätstheorie klar wurde, dass nichteuklidische Geometrie real existiert: unsere Welt breitet sich nichteuklidisch aus!

Klein arbeitete auf nahezu allen damaligen Gebieten der Mathematik und entwarf weitere Programme. Es zeichnete ihn besonders aus, dass er als erster Mathematiker massiv für Anwendungen der Mathematik in technischen Gebieten eintrat, nachdem er Professor an der TH München gewesen war: sein „Gauß-Programm“, das er an der Universität Göttingen umsetzte.

 


 

Der Vortrag ist Teil der Reihe “Zahlen, Formen, Weltbilder”, die zu einer kultur- und ideengeschichtlichen Entdeckungsreise durch die Mathematik einlädt. Von den zeitlosen Schönheiten der platonischen Körper über die Übernahme des indo-arabischen Zahlensystems in Europa bis hin zu den tiefgreifenden Strukturideen von Felix Klein spannt sich ein weiter Bogen. 

Dabei wird Mathematik nicht nur als abstrakte Disziplin, sondern als treibende Kraft wissenschaftlicher, technischer und philosophischer Entwicklungen sichtbar. Die Mechanik des Himmels, die Transformationen in China auf dem Weg in die Moderne sowie geometrische Konzepte für das Verständnis des Kosmos zeigen eindrücklich, wie eng mathematisches Denken mit unserem Weltbild verknüpft ist. 

Die Reihe verbindet historische Perspektiven mit anschaulichen Zugängen und macht die Entwicklung mathematischer Ideen als lebendigen Prozess erfahrbar.

In Kooperation mit ART & Friedrich e.V., Verein zur Förderung von Kunst, Theater und Wissenschaft und der Astronomische Gesellschaft in der Metropolregion Nürnberg e.V., Fachgruppe Mathematik.

 

Weitere Vorträge:

Platonische Körper – Fünf Juwelen der Geometrie

Die Mechanik des Himmels: von der Sphärenmusik zur Raumfahrt

Chinas Weg in die Moderne: Wandel in Wissenschaft, Technik, Politik und Philosophie

Geometrie für den Himmel – wie im Altertum das Weltall berechnet wurde 

 

 

Dauer: 90 min
Format: Vortrag

Termine

Mi. 21.10 19:30 Uhr
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