Was ist ein Planetarium?
Ein Planetarium ist eine realistische Simulation des Himmels, die sich von einer Sternwarte oder einem Museum unterscheidet. Es gibt keine Teleskope wie in einer Sternwarte; stattdessen wird der Himmel auf die Innenseite einer großen Kuppel projiziert.
Im Mittelpunkt steht der Sternenhimmel, der mithilfe digitaler oder analoger Projektionstechnik simuliert wird. So können Himmel und Bewegungen der Gestirne zu jeder Zeit und an jedem Ort der Erde dargestellt werden, unabhängig von Wetter und Tageszeit.
Ein Planetarium ist heute weit mehr als ein klassischer Lernort für Astronomie. Was früher vor allem der Vermittlung von Grundlagenwissen diente, ist inzwischen ein immersiver Erlebnisraum: Modernste Projektionstechnik macht aktuelle Forschung sichtbar, lädt ein in fremde Welten einzutauchen und erzählt die Geschichte des Universums auf spannende und leicht verständliche Weise – für Menschen jeden Alters.
In einem von 200 Sesseln unter der Kuppel beginnt eine beeindruckende Reise durch das Universum!
Mittendrin im Geschehen dank Fulldome-Technik
Das Herz eines Planetariums ist die Kuppel, auf die seit jeher ein realistischer Sternenhimmel projiziert wird. Im Planetarium Nürnberg übernimmt das ein hochpräziser Zeiss-Projektor aus dem Jahr 1977 – der älteste seiner Art, der in Deutschland noch im Einsatz ist.
Darüber hinaus ermöglicht die sogenannte Fulldome-Technik beeindruckende 360°-Projektionen: Filme und Animationen füllen die gesamte Kuppel und schaffen ein einzigartiges Raumgefühl. So entsteht der Eindruck, direkt durch das All zu reisen.
Moderne Systeme greifen auf umfangreiche astronomische Datenbanken zurück. Dadurch werden virtuelle Flüge durch das Sonnensystem, zu fernen Sternen oder sogar über die Grenzen unserer Milchstraße hinaus möglich – immersiv, wissenschaftlich fundiert und visuell spektakulär. und visuell spektakulär.
Zur Geschichte des Planetariums
Tradition und Innovation unter einer Kuppel
Das Nicolaus-Copernicus-Planetarium wurde 1961 eröffnet. Es war das erste neue Planetarium in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg und eines der modernsten im Land. Es wurde von den Städtischen Werken Nürnberg gebaut. Entworfen hat es, zusammen mit den angrenzenden Gebäuden der heutigen N-ERGIE, der Architekt Wilhelm Schlegtendal.
Der Vorgänger am Rathenauplatz
Bereits zuvor gab es ein Planetarium in Nürnberg. Es befand sich von 1927 bis 1934 am Rathenauplatz. Während der NS-Diktatur wurde es abgerissen – angeblich, weil das Gebäude mit seiner prägnanten Kuppel zu sehr an eine Synagoge erinnerte. Der Zeiss-Projektor wurde damals im Kunstbunker eingelagert und überlebte den Krieg. 1961 wurde der Projektor rundum modernisiert, in den Neubau integriert und tat bis 1977 seinen Dienst.
Modernisierungen bis zur Fulldome-Projektionsanlage
1977 wurde das Planetarium am Plärrer auf den neusten Stand gebracht, der alte Zeiss-Projektor wurde durch ein aktuelles Modell ersetzt. Nach einer weiteren Modernisierung in den 1990er-Jahren startete das Nicolaus-Copernicus-Planetarium 2010 mit der damals neuen Fulldome-Projektionsanlage in das digitale Zeitalter. Seitdem können Bewegtbilder im ganzen Rund der 18-Meter-Kuppel projiziert werden.
Nicht mehr nur ein Ort für Astronomie
Neben Astronomie ist das Planetarium auch ein Schauplatz für interdisziplinäre Wissenschaftskommunikation. Es lädt ein zu Austausch und Diskussion und bietet eine Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen, wie z.B. Konzerte oder Lesungen. Nicht nur aufgrund seiner Reichweitenstärke ist es daher heute eines der wichtigsten kulturellen und naturwissenschaftlichen Einrichtungen Nürnberg. Seit 2012 ist das Nicolaus-Copernicus-Planetarium zusammen mit dem Bildungszentrum und der Stadtbibliothek Teil des Bildungscampus Nürnberg.
Mehr über die Geschichte auf dem Blog des Bildungscampus Nürnberg
Wer mehr über die Geschichte des Hauses erfahren möchte, findet dazu zwei umfangreiche Beiträge auf dem Blog des Bildungscampus Nürnberg zur Geschichte bis zur Mitte der 1970er Jahre sowie über das Nicolaus-Copernicus-Planetarium auf dem Weg in das 21. Jahrhundert.
Die Digital-Technik im Nicolaus-Copernicus-Planetarium
Modernste Projektionstechnik sorgt im Planetarium Nürnberg für ein beeindruckendes visuelles Erlebnis. Sechs Laserprojektoren der Firma Sky-Skan (Sony-Technologie) erzeugen kontrastreiche Bilder in nativer 4K-Auflösung. Mit einer Lichtleistung von jeweils 5.000 Lumen und moderner SXRD-Panel-Technologie entstehen helle, gestochen scharfe und detailreiche Darstellungen – selbst bei schnellen Bewegungen.
Sechs Projektoren – ein nahtloses 360°-Erlebnis
Die 18 Meter große Kuppel mit einer Fläche von rund 510 Quadratmetern wird von sechs Projektoren vollständig bespielt. Jeder Projektor deckt etwa ein Sechstel der Kuppel ab. Zusammen entsteht ein nahtloses Fulldome-Bild mit rund 35 Millionen Pixeln, das den gesamten Raum umhüllt.
Für die perfekte Darstellung sorgen leistungsstarke Rechner, die Inhalte in Echtzeit an die Kuppelform anpassen. So erscheinen alle Bilder für das Publikum verzerrungsfrei und realistisch. Ergänzt wird das visuelle Erlebnis durch ein präzise abgestimmtes 5.1-Surround-Soundsystem.
Das Universum in Echtzeit erleben
Die Software DigitalSky 2 in Kombination mit Digital Universe ermöglichen den Zugriff auf über 110 000 Sterne und Himmelsobjekte sowie auf Sternbilder, Koordinatennetze und atmosphärische Effekte. Besonders eindrucksvoll: Das Sonnensystem lässt sich in einer dreidimensionalen Simulation in Echtzeit erkunden. Perspektivwechsel sind dabei jederzeit möglich – etwa eine Mondfinsternis aus Sicht des Mondes oder ein Flug durch die Milchstraße.
Von der Erde bis an die Grenzen des Sonnensystems
Auch aktuelle Ereignisse und neu entdeckte Objekte können eingebunden werden. So lassen sich Kometen verfolgen, historische Himmelsereignisse nachstellen oder Reisen zu fernen Regionen unternehmen – etwa zur Oortschen Wolke oder durch den Orionnebel. Selbst Umläufe um die Erde oder Einblicke in bekannte Exoplaneten sind möglich.