Die Mechanik des Himmels: Von der Sphärenmusik zur Raumfahrt
Vortrag von Prof. em. Dr. Andreas Knauf, FAU Erlangen-Nürnberg, Department Mathematik
Wie wir alle wissen, war die Himmelsmechanik für die Entwicklung der Wissenschaften von entscheidender Bedeutung. Das begann vor etwa 5000 Jahren mit der Beobachtung von Sonnen- und Mondfinsternissen. Innerhalb der Mathematik gab die Himmelsmechanik der Topologie, der Theorie der gewöhnlichen Differentialgleichungen und der Analysis insgesamt wichtige Impulse.
Heute ist sie weitgehend eine angewandte Wissenschaft, die die Bahnen von Himmelskörpern und Satelliten numerisch vorhersagt. Warum also sollte sich die Theoretische Mathematik also noch mit diesem Thema beschäftigen.
Der Vortrag ist Teil der Reihe “Zahlen, Formen, Weltbilder”, die zu einer kultur- und ideengeschichtlichen Entdeckungsreise durch die Mathematik einlädt. Von den zeitlosen Schönheiten der platonischen Körper über die Übernahme des indo-arabischen Zahlensystems in Europa bis hin zu den tiefgreifenden Strukturideen von Felix Klein spannt sich ein weiter Bogen.
Dabei wird Mathematik nicht nur als abstrakte Disziplin, sondern als treibende Kraft wissenschaftlicher, technischer und philosophischer Entwicklungen sichtbar. Die Mechanik des Himmels, die Transformationen in China auf dem Weg in die Moderne sowie geometrische Konzepte für das Verständnis des Kosmos zeigen eindrücklich, wie eng mathematisches Denken mit unserem Weltbild verknüpft ist.
Die Reihe verbindet historische Perspektiven mit anschaulichen Zugängen und macht die Entwicklung mathematischer Ideen als lebendigen Prozess erfahrbar.
In Kooperation mit ART & Friedrich e.V., Verein zur Förderung von Kunst, Theater und Wissenschaft und der Astronomische Gesellschaft in der Metropolregion Nürnberg e.V., Fachgruppe Mathematik.
Weitere Vorträge:
Chinas Weg in die Moderne: Wandel in Wissenschaft, Technik, Politik und Philosophie
Geometrie für den Himmel – wie im Altertum das Weltall berechnet wurde